Pfarrer Karl Sendker

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Gottesdienste - geistliches Leben

 

Kreuzweg
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Der Kreuzweg

 

zusammengestellt

nach der Vorlage einer Oblatenwallfahrt

 

 

Eröffnung des Kreuzweges

 

A:   Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.  Amen.

 

Lied:   Gotteslob Nr. 925,1+2   (GL Eigenteil Münster)

„Dich, o Heil der Welt zu grüßen ...“   (oder: GL 558,1+2)

 

Lesung              Phil 2,6-11

aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper

 

V1.:   Jesus Christus war wie Gott, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein. Er entäußerte sich, wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sei Leben war das eines Menschen. Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.

Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der jeden Namen übertrifft. Damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jede Zunge bekennt:

„Jesus Christus ist der Herr“ zur Ehre Gottes, des Vaters.

 

V1.:   Lasset uns gemeinsam beten:

 

A:   Herr Jesus Christus, du bist uns den Weg vorausgegangen, der durch Erniedrigung und Schmach zur Herrlichkeit führt. Wir wollen deinen Kreuzweg betrachten. Wir wollen dir, dem Gekreuzigten und Auferstandenen begegnen. Wir wenden uns dir zu und schauen auf dich. Amen.

 

1. Station:

Pilatus verurteilt Jesus zum Tode

 

V2.:   Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich. 

A:   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

V1:   Die Juden bedrängen Pilatus mit lautem Geschrei. Sie fordern für Jesus die Kreuzigung. Mit ihrem Geschrei haben sie Erfolg. Pilatus kommt ihrem Verlangen nach. Er lässt den Mörder Barabbas frei. Jesus übergibt er ihnen zur Kreuzigung.

 

V2.:   Pilatus setzt seine Karriere nicht auf Spiel. Er will an der Macht bleiben. Ein „Freund des Kaisers“ zu sein, das ist ihm wichtig. Er liefert Jesus aus. Sich selbst überliefert er der Gunst der öffentlichen Meinung.

 

A:   Jesus, du folgst der Überzeugung deines Gewissens. Du stehst für die Wahrheit Gottes ein. Du bist selbst die Wahrheit Gottes.

 

V1.:   Pilatus lebt auch in mir. Auch ich ertappe mich oft dabei, dass ich vor den Leuten, besonders vor den Mächtigen, gut dastehen will, auch wenn das auf Kosten der Wahrhaftigkeit geht. Ich verurteile andere, damit ich selbst gut aussehe in den Augen der Menschen.

 

V1.:   Herr Jesus Christus, du wurdest ungerecht verurteilt.

A:   Hilf uns, nicht falsch über andere zu sprechen und zu urteilen.

 

V1.:   Wir beten für alle, die heute ungerecht verurteilt werden:

A:   Schenke ihnen Menschen, die sich für ihre Rechte einsetzen.

 

V1.:   Stärke alle Männer und Frauen, die für die Benachteiligten und Hilflosen eintreten.

A.   Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Liedstrophe    Gotteslob Nr. 185,1   (gemeinsam beten):

 

A:   Du schweigst, Herr, da der Richter feige

das ungerechte Urteil fällt.

Wenn du einst richten wirst, dann zeige

dich voll Erbarmen dieser Welt.

 

V2.:   Gekreuzigter Herr Jesus:

A:   Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

 

2. Station:

Jesus nimmt das Kreuz auf sich

 

V2.:  Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich.

A:   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

V1.:  Jesus sagt: „Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst. Er nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten. Was nützt es dem Menschen, wenn er die Welt gewinnt, aber Schaden nimmt an seiner Seele?“

 

V2.:   Not und Leid können auf uns lasten wie ein schweres Kreuz. Am liebsten würden wir es abschütteln. Da schauen wir Jesus auf dich.

 

A:   Du hast dich unter die Last des Kreuzes gebeugt. Du willst mit deinem Kreuz uns dorthin bringen, wohin wir freiwillig nicht gehen: in die Sühne für unsere Sünde.

 

V1.:   Herr Jesus Christus, du hast schweigend das Kreuz auf dich genommen.

A:   Dein Gehorsam ermutige uns, auch das Schwere in unserem eigenen Leben anzunehmen und zu tragen.

 

V1.:   Wir beten für alle, die ein schweres Kreuz zu tragen haben:

A:   Schenke ihnen den Mut, das Kreuz nicht abzuschütteln.

 

V1:   Gib, dass unser eigener Kreuzweg einmündet in die Auferstehung mit dir.

A:   Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Liedstrophe   Gotteslob Nr. 185,2   (gemeinsam beten):

 

A:   Du hast das Kreuz auf dich genommen,

die schwere Schuld der ganzen Welt.

Wenn Not und Ängste auf uns kommen,

sei es dein Kreuz, Herr, das uns hält.

 

V2.:   Gekreuzigter Herr Jesus:

A:   Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

 

Lied:   Gotteslob Nr. 825,1+2  (GL Eigenteil Münster)

„Mein Volk, mein Volk, was tat ich dir...“    Oder: GL 206,1+2

 

3. Station:

Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

 

V2.:   Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich.

A:   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

V1.:   Er wurde verachtet und von den Menschen getreten, ein Mann voller Schmerzen. Aber er hat unsere Krankheiten getragen und             unsere Schmerzen auf sich geladen.

 

V2.:   Wir Menschen können grausam sein. Wir zeigen einander die kalte Schulter. Wir stellen dem anderen ein Bein, so dass er fällt. Und wenn einer wankt und unsicher ist, geben wir ihm den letzten Stoß, damit er fällt. Jesus, ist dieser Erfahrung nicht ausgewichen.

 

A:   Du hast unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen auf dich genommen. Du warst einsam inmitten so vieler Menschen. Alle schauen zu und keiner hilft.

 

V1.:   Herr Jesus Christus, du bist zusammengebrochen unter dem Kreuz.

A:   Bleibe bei uns, wenn wir fallen und richte uns wieder auf.

 

V1.:   Wir beten für alle, die zusammengebrochen sind unter der Last ihres Lebens:

A:   Lass sie Menschen finden, die ihnen helfen aufzustehen.

 

V1.:   Ermutige alle Menschen, die in Sünde gefallen sind, dass sie in einer Beichte Vergebung und Erneuerung finden.

A: Wir bitten dich, erhöre uns.

 

Liedstrophe   Gotteslob Nr. 185,3   (gemeinsam beten):

 

A:   O Herr, du wankst und sinkst zur Erde,

die Last der Sünden wirft dich hin.

Gib, dass dein Fall mir Stärkung werde,

sooft ich schwach und elend bin

 

V2.:   Gekreuzigter Herr Jesus:

A:   Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

 

4. Station:

Jesus begegnet seiner Mutter

 

V2.:   Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich.

A:   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

V1.:   Ihr alle, die ihr des Weges zieht, schaut doch und seht, ob ein Schmerz so groß ist, wie mein Schmerz. Meine Augen fließen über vor Tränen, und keiner ist da, der mich tröstet.

 

V2.:   Mütter fühlen zeitlebens mit ihren Kindern mit. So steht auch Maria am Leidensweg ihres Sohnes und leidet mit ihm. Vielleicht hat Jesus sie angeschaut; vielleicht begegnen sich ihre Blicke.

 

A:   Dein Blick erinnert mich an alles Leid – von Bethlehem bis Golgota. Was sie dir tun, ist auch mein Leid. Deine Schmerzen sind auch meine Schmerzen.

 

V1.:   Herr Jesus Christus, mitten auf dem Kreuzweg erfährst du die Nähe deiner Mutter.

A:   Lass uns ihre Nähe erfahren auf unserem ganzen Lebensweg.

 

V1.:   Wir beten für alle Mütter, die Not mit ihren Kindern haben:

A:   Lass sie vertrauen können, dass du ihre Kinder beschützt.

 

V1.:   Segne alle Mütter, die ein Kind haben, das von anderen abgeschrieben und verachtet wird.

A:   Wir bitten dich erhöre uns.

 

Liedstrophe   Gotteslob Nr. 185,4   (gemeinsam beten):

 

A:   O Mutter, die den Sohn gesehen

am Weg der Schmach und bittern Pein,

erfleh uns Kraft, mit ihm zu gehen

und seinem Kreuze nah zu sein.

 

V2.:   Gekreuzigter Herr Jesus:

A:   Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

 

Lied:   Gotteslob Nr. 584,1+2   „Christi Mutter stand mit Schmerzen ...“

 

5. Station:

Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

 

V2.:   Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich.

A:   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

V1.:   Die Soldaten führten Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen. Simon von Cyrene kam vom Feld und wollte in die Stadt. Den zwangen sie, Jesus das Kreuz tragen zu helfen.

 

V2:   Da kommt ein Mann von seiner Arbeit. Eigentlich hat er Feierabend. Er freut sich auf sein Zuhause. Da wird er plötzlich von Soldaten hineingezogen in ein tödliches Geschehen.

 

A:   Jesus, wir möchten uns oft lieber raushalten. Wir überhören die Schreie der Armen an unserem Weg. Oft müssen wir zum Gutsein gezwungen werden.

 

V1.:   Herr Jesus Christus, du hast den Dienst des Simon von Cyrene angenommen.

A:   Gib, dass wir bereit sind, einander beizustehen, besonders den Schwachen.

 

V1.:   Wir beten für alle, die in ihrer Not auf einen Helfer angewiesen sind:

A:   Lass sie bereit sein, Hilfe anzunehmen und nicht auszuschlagen.

 

V1.:   Lass uns alle ernst machen mit der Tatsache, dass du uns in jedem Notleidenden begegnest.

A:   Wir bitten dich erhöre uns.

 

Liedstrophe   Gotteslob Nr. 185,5   (gemeinsam beten).

 

A:   Es half dir einer, den sie zwangen,

und beugt sich unters Holz der Schmach.

Gib, dass wir unser Kreuz umfangen

und dir in Liebe folgen nach.

 

V2.:   Gekreuzigter Herr Jesus:

A:   Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

 

6. Station:

Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

 

V2.:   Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich.

A:   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

V1.:   Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt, dann wird er die Völker richten nach dem Maßstab des Erbarmens:

 

V2.:   Eine kleine Geste des Erbarmens schenkt erlösende Begegnung mit Jesus. – Eine Frau bindet ihr Tuch los und reinigt Jesu Gesicht von Blut und Schweiß und Tränen. Sie zeigt uns die Richtung, wie wir Jesus dienen können. Wenn wir Menschen in Not das Gesicht abtrocknen, dann trocknen wir Jesus das Gesicht.

 

A:   „Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben. Was ihr dem Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan.“

 

V1.:   Herr Jesus Christus, auf deinem Kreuzweg hast du Menschen gefunden, die gut zu dir waren.

A:   Hilf uns, die Not der anderen zu sehen und zu lindern.

 

V1.:   Wir bitten dich für alle, die in Not sind:

A:   Dass sie in ihrer Situation nicht allein gelassen werden.

 

V1.:   Gib allen, die sich für die Not anderer einsetzen einen langen Atem.

A:   Wir bitten dich erhöre uns.

 

Liedstrophe   Gotteslob Nr. 185,6   (gemeinsam beten):

 

A:   Herr, präge uns dein Angesichte

für immer tief ins Herz hinein,

und wenn es aufstrahlt im Gerichte,

so lass es uns zum Heile sein.

 

V2.:   Gekreuzigter Herr Jesus:

A:               Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

 

Lied:       Gotteslob Nr. 179,1+2   „O Haupt voll Blut und Wunden ...“

 

7. Station:

Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

 

V2.:   Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich.

A:   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

V1.:   Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zur Schlachtbank führt, wie ein Schaf angesichts seines Scherers, so tat er seinen Mund nicht auf.

 

V2.:   Jesus wird immer schwächer. Den Leidensweg aufrecht und ohne Zwischenfall zu gehen, dazu reichen seine Kräfte nicht aus. Nicht das sichtbare Kreuz hat Jesus so im Innersten getroffen; es war die Sünde der ganzen Menschheit, die ihn so niederdrückte.

 

A:   Jesus, du hast dich wieder aufgerafft, weil du uns liebst. Du stehst wieder auf, weil du uns empor ziehen willst aus unseren Sünden.

 

V1.:   Herr Jesus Christus, du fällst zum zweiten Mal, und wirst dennoch nicht mutlos.

A:   Hilf uns Geduld zu haben mit den Menschen, die immer wieder fallen

 

V1.:   Wir bitten für alle, die Gott immer wieder beleidigen durch ihre Sünden.

A:   Gib ihnen Mut zur Umkehr und zu einem Neuanfang.

 

V1.:   Schenke auch uns die Kraft, nach einem Fall immer wieder aufzustehen.

A:   Wir bitten dich erhöre uns.

 

Liedstrophe   Gotteslob Nr. 185,7   (gemeinsam beten).

 

A:   Die Kraft verlässt dich, du fällst nieder

zum zweiten Mal; das Kreuz ist schwer.

Ich falle und ich falle wieder;

in meiner Schwachheit hilf mir, Herr.

 

V2.:   Gekreuzigter Herr Jesus:

A:   Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

 

8. Station:

Jesus begegnet den weinenden Frauen

 

V2.:   Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich.

A:   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

V1.:   Es folgte ihm eine große Volksmenge und viele Frauen, die ihn betrauerten und beklagten. Jesus wendet sich ihnen zu und sagt:

 

A:   „Ihr Töchter Jerusalems, weint nicht über mich. Weint über euch und eure Kinder.“

 

V2.:   Sensationslust hat die Straßen von Jerusalem erfüllt. Unter den vielen Menschen, die Jesus verspotten, sind auch Frauen, die mitleidig klagen. Jesus kennt ihr Leid, ihre Sünden, ihre Sorgen. Noch in der Todesnot ruft er sie auf zur Umkehr.

 

A:   Jesus, wir bekennen, dass es unsere Sünden waren, die dich ans Kreuz brachten.

 

V1.:   Herr Jesus Christus, du hast die weinenden Frauen auf die Sünde hingewiesen als Ursache deines Leidens.

A:   Öffne auch unsere Augen, dass wir Not und Leid in der Welt nicht oberflächlich betrachten.

 

V1.:   Wir beten für alle. die das Leid anderer Menschen beklagen:

A:   Lass sie hellsichtig werden, wo sie selbst Ursache des Leidens der anderen sind.

 

V1.:   Schenke allen Sündern wahre Reue und die Gnade der Umkehr.

A:   Wir bitten dich erhöre uns.

 

Liedstrophe   Gotteslob Nr. 185,8   (gemeinsam beten)

 

A:   Du redest mahnend mit den Frauen:

„Weint über euch, nicht über mich.“

Wenn wir dich einst als Richter schauen,

Herr Jesus, dann erbarme dich.

 

V2.:   Gekreuzigter Herr Jesus:

A:   Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

 

Lied:       Gotteslob Nr. 179,4   „Was du, Herr, hast erduldet, ist alles meine Last ...“

 

9. Station:

Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

 

V2.:   Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich.

A:   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

V1.:   Herr sei mir gnädig, denn mir ist angst; vor Gram zerfallen mir Auge, Seele und Leib. Meine Kraft ist ermattet im Elend, meine Glieder sind zerfallen. Zum Spott bin ich geworden all meinen Feinden.

 

A:   Ich aber, Herr, ich vertraue dir. Ich sage: Du bist mein Gott.

 

V2.:   Beim Anblick des zu Boden gesunkenen Herrn denken wir an die Millionen Menschen, die am Boden liegen: Die Kriegsopfer, die Flüchtlinge, die Opfer von Katastrophen, die Gefolterten, die Schwerkranken und die Arbeitslosen.

 

A:   Alle Not hat er getragen, der für uns zu Boden gesunken ist.

 

V1.:   Herr Jesus Christus, du liegst am Boden; es scheint nicht mehr weiterzugehen.

A:   Erhöre die Gebete aller Menschen, die am Ende sind mit ihren Kräften.

 

V1.:   Wir bitten für alle, die in ihrem Leben keinen Sinn mehr sehen:

A:   Lass uns für sie ein Zeichen der Hoffnung werden.

 

V1.:   Gib uns Hoffnung und Mut, wenn wir einmal ganz am Boden liegen und nicht mehr weiter wissen.

A:   Wir bitten dich erhöre uns.

 

Liedstrophe   Gotteslob Nr. 185,9   (gemeinsam beten)

 

A:   Da liegst du, wie vom Kreuz erschlagen,

erschlagen von der Schuld der Welt.

Hilf mir, im Abgrund nicht verzagen

und hoffen, dass dein Kreuz mich hält.

 

V2.:   Gekreuzigter Herr Jesus:

A:   Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

 

10. Station:

Jesus wird seiner Kleider beraubt

 

V2.:   Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich.

A:   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

V1.:   Die Soldaten reißen ihm die Kleider vom Leib, und teilen sie unter sich auf. Der Leibrock war ohne Naht durchgewebt. Ihn wollten sie nicht zerreißen. Da haben sie das Los geworfen.

 

A:   Sie verteilen unter sich meine Kleider und würfeln um mein Gewand.

 

V2.:   Es gibt eine Art Menschenverachtung, die ist erst dann zufrieden, wenn der Andere fertig gemacht ist und bloßgestellt. Dann kann man mit dem Finger auf ihn zeigen: „Seht euch den an! Weg mit ihm!“

 

A:   Herr, wir lenken oft von unserer eigenen Armseligkeit ab auf Kosten anderer. Wir beschämen andere, um selbst gut dazustehen in den Augen der Menschen.

 

V1.:   Herr Jesus Christus, du wurdest bloßgestellt vor allen Menschen.

A:   Lass nicht zu, dass wir andere herabsetzen und entwürdigen.

 

V1.:   Wir bitten für alle, die von anderen verleumdet werden:

A:   Lass sie wissen, dass sie in deinen Augen hoch geachtet sind.

 

V1.:   Hilf uns, dass wir lieber den letzten Platz einnehmen, als dass wir anderen Schaden zufügen.

A:   Wir bitten dich erhöre uns.

 

Liedstrophe   Gotteslob Nr. 185,10   (gemeinsam beten)

 

A:   Herr, unsre Schuld hat dich verraten;

sie ist’s, die dich in Schande stößt.

Bedecke uns mit deinen Gnaden,

da wir so schmählich dich entblößt.

 

V2.:   Gekreuzigter Herr Jesus:

A:               Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

 

Lied:   Gotteslob Nr. 916,1+2  (GL Eigenteil Münster)

„Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz ...“     (oder GL 180,1+2) 

 

11. Station:

Jesus wird an das Kreuz genagelt

 

V2.:   Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich.

A:   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

V1.:   Sie brachten Jesus an den Ort namens Golgota. Dort kreuzigten sie ihn. Mit ihm kreuzigten sie zwei Verbrecher. Sie verhöhnen und verspotten ihn. Sie reichen ihm Wein, der vermischt war mit Myrre.

 

A:   Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

 

V2.:   Im Wort Gottes steht: Jeder, der am Kreuzesholz hängt, ist verflucht. Jesus hat am Kreuz den Fluch auf sich genommen für uns.

 

A:   Die Strafe liegt auf ihm, damit wir Frieden haben mit Gott.

 

V1.:   Herr Jesus Christus, deine Hände, die so vielen geholfen haben, sind angenagelt.

A:   Vergib uns, wenn wir anderen Menschen zum Kreuz und zur Last werden.

 

V1.:   Wir beten für alle, die dich heute verspotten und verachten:

A:   Herr, rechne ihnen das nicht als Sünde an.

 

V1.:   Hilf uns, dass wir wie der Schächer zu dir aufschauen, und von dir das Heil erwarten.

A:   Wir bitten dich erhöre uns.

 

Liedstrophe   Gotteslob Nr. 185,11   (gemeinsam beten)

 

A:   Du wirst, o Herr, ans Kreuz geschlagen,

wirst hingeopfert wie ein Lamm.

Du hast die Schuld der Welt getragen

bis an des Kreuzes hartem Stamm.

 

V2.:   Gekreuzigter Herr Jesus:

A:   Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

 

Lied:   Gotteslob Nr. 182,1+2   „O du hochheilig Kreuze ...“

 

12. Station:

Jesus stirbt am Kreuz

 

V2.:   Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich.

A:   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

V1.:   Um die sechste Stunde stirbt Jesus mit einem lauten Schrei. Er ruft: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Und doch gibt er sich vertrauensvoll in die Hand des Vaters.

 

A:   „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“

 

V2.:   Der Kreuzweg Jesu ist zu Ende. Sein Leben ist das Letzte, was er uns in seiner Liebe schenkt. Sein Sterben ist nicht nur einfach Tod, es ist Hingabe für uns.

 

A:   Niemand hat eine größere Liebe, als wer sein Leben hingibt für seine Freunde.

 

V1.:   Herr Jesus Christus, du hast das Werk der Erlösung vollbracht.

A:   Befreie uns durch dein Sterben von der Macht des Bösen.

 

V1.:   Wir bitten für alle Sterbenden, besonders für alle Menschen, die einen gewaltsamen Tod sterben:

A:   Lass sie in der Stunde ihres Todes zu dir aufschauen als ihrem Erlöser.

 

V1.:   Lass uns im Leben und im Sterben in dir, unserem Retter, geborgen sein.

A:   Wir bitten dich erhöre uns.

 

Liedstrophe   Gotteslob Nr. 185,12   (gemeinsam beten)

 

A:   Dein Kreuz, o Herr, will ich erheben

und benedeien deinen Tod.

Von diesem Holz kam uns das Leben

und kam uns Freude in der Not.

 

V2.:   Gekreuzigter Herr Jesus:

A:   Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

 

Lied:   Gotteslob Nr. 917,1+2   (GL Eigenteil Münster)

„Ich glaub an Gott in aller Not ...“   (oder: GL 180,3+4)

 

13. Station:

Jesus wird in den Schoß seiner Mutter gelegt

 

V2.:   Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich.

A:   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

V1.:   Als es Abend wurde, ging Josef von Arimathäa zu Pilatus. Er bat um den Leichnam Jesu. Pilatus überließ ihm den Leichnam Jesu zur Bestattung. Josef kaufte ein Leinentuch. Er nahm Jesus vom Kreuz ab und legte ihn in den Schoß seiner Mutter.

 

A:   Deine Seele wird ein Schwert durchbohren.

 

V2.:   Maria hält den Leichnam ihres Sohnes in ihren Armen. Es ist vollbracht. Ihr Sohn hat ausgelitten. Hier am Kreuz kommt zur letzten Vollendung, was sie dem Engel bei der Verkündigung gesagt hatte:

 

A:   Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe nach deinem Wort.

 

V1.:   Herr Jesus Christus, du ruhst auf dem Schoß deiner Mutter, die dich neun Monate in ihrem Schoß getragen hat.

A:   Lass alle Menschen „guter Hoffnung“ sein, dass der Tod nicht das Ende ist.

 

V1.:   Wir bitten für alle, die einen geliebten Menschen betrauern:

A:   Schenke ihnen Vertrauen auf dein Wort, dass du die Auferstehung und das Leben bist.

 

V1.:   Hilf uns allen, dass wir uns nicht in einer falschen, hoffnungslosen Trauer verbohren.

A:   Wir bitten dich erhöre uns.

 

Liedstrophe   Gotteslob Nr. 185,13   (gemeinsam beten)

 

A:   O seht die Mutter voller Schmerzen,

wie sie den Sohn in Armen hält.

Sie fühlt das Schwert in ihrem Herzen,

trägt mit am Leid der ganzen Welt.

 

V2:   Gekreuzigter Herr Jesus:

A:   Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

 

14. Station:

Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt

 

V2.:   Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich.

A:   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

V1.:   In der Nähe des Ortes, wo man Jesus gekreuzigt hatte, war ein Garten. In diesem Garten war ein Grab, in dem war noch niemand bestattet. Weil das Pas-chafest der Juden bevorstand, setzten sie Jesus dort bei.

 

A:   Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. Höre, o Herr meine Stimme.

 

V2.:   Keiner von uns ist gefragt worden, ob er geboren werden wollte; keiner wird gefragt, ob er sterben will. Leben und Sterben liegen nicht in unserer Hand.

 

A:   Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück. Der Herr wird dich auferwecken am jüngsten Tag.

 

V1.:   Herr Jesus Christus, du bist begraben worden, aber am dritten Tag bist du auferstanden.

A:   Lass alle Menschen glauben, dass das Grab nicht die letzte Station ist, sondern das Leben in der Herrlichkeit bei dir.

 

V1.:   Wir bitten für alle, die nicht an ein ewiges Leben glauben:

A:   Lass ihnen Menschen begegnen, die ihnen die Osterfreude und die österliche Hoffnung vorleben.

 

V1.:   Entreiße uns aller Resignation und Hoffnungslosigkeit.

A:   Wir bitten dich erhöre uns.

 

Liedstrophe   Gotteslob Nr. 185,14   (gemeinsam beten)

 

A:   Er wird der Erde übergeben

wie man den Weizen bettet ein.

Doch wird er auferstehn und leben

und über alles herrlich sein.

 

V2.:   Gekreuzigter Herr Jesus:

A:   Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

 

15. Station:

Jesus, der Gekreuzigte, lebt!

 

V2.:   Wir beten dich an, Herr Jesus Christus und preisen dich.

A:   Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 

V1.:   Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen in aller Frühe zum Grab. Zwei Männer traten auf sie zu und sagten: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden!“

 

A:   Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?

 

V2.:   Die Mitte der Nacht ist der Anfang des neuen Tages. Der Tod Jesu ist der Anfang des Lebens. Nun ist der Auferstandene mitten unter uns, alle Tage, bis zur Vollendung der Welt.  -  Geheimnis des Glaubens:

 

A:   Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir bis du kommst in Herrlichkeit

 

V1.:   Herr Jesus Christus, du hast gesagt: „Ich will euch wieder sehen, dann wird euer Herz sich freuen.“

A:   Führe alle Menschen zu dieser wahren Freude.

 

V1.:   Du hast gesagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“

A:   Stärke unser Vertrauen in dein Wort.

 

V1.:   Führe uns alle durch das Gedächtnis deines Leidens und Sterbens zum österlichen Jubel.

A:   Wir bitten dich erhöre uns.

 

Liedstrophe   Gotteslob Nr. 220,2   (gemeinsam beten)

 

A:   Verklärt ist alles Leid der Welt,

des Todes Dunkel ist erhellt.

Der Herr erstand in Gottes Macht,

hat neues Leben uns gebracht.

 

V2.:   Gekreuzigter und auferstandener Herr Jesus:

A:               Erbarme dich über uns und über die ganze Welt.

 

Lied:   Gotteslob Nr. 183  „Wer leben will wie Gott auf dieser Erde...“

 

Abschluss der Kreuzwegandacht

 

V1.:   Von deinem Kreuz, o Herr, kommt alle Gnade, aus deiner durchbohrten Seite strömen Liebe und Heil. Mit den Worten, die du uns zu beten gelehrt hast, rufen wir zum Vater im Himmel, der dich zu seiner Rechten erhöht hat:

 

A:   Vater unser im Himmel ...

 

V1:   Herr unser Gott,            reicher Segen komme auf uns herab, die wir den Kreuzweg deines Sohnes betrachtet haben. Schenke uns Verzeihung und Trost, Wachstum im Glauben und die ewige Erlösung.

 

Dies bitten wir:

Im Namen des Vaters  +  und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

V2.:   Gelobt sei Jesus Christus

 

A:   in Ewigkeit. Amen.

 

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